“Herzlich willkommen…
… im Wohnzimmer!” rief der DJ am Samstag Abend auffällig gut gelaunt in Richtung Tanzfläche. Dort waren nur wir. Auch drum herum nur wir. Genauer gesagt neun Verrückte, die eine Art Klassentreffen aus dem Boden gestampft und sich aus Verbundenheit zu den guten alten Zeiten und aus Mangel an Alternativen in dieses fragwürdige Etablissement begeben hatten. Dort stellten wir abermals fest, dass diese alten Zeiten nun aber definitiv vorbei sind. Die Zeiten beispielsweise, in denen ich 15-jährig und an fremden Autoschlüsseln knittelnd vor eben dieser Disko viel zu lange anstand und mir nichts sehnlicher wünschte, als genau da rein zu kommen. Die Zeiten, als ich meine Heimatstadt noch für das Beste hielt, was mir je passieren konnte. Mittlerweile hat sich viel geändert. Auch wir haben uns verändert, doch irgendwie passt es noch immer. Wahrscheinlich weil die meisten von uns ihre Rucksäcke nur vorübergehend im elterlichen Flur parken. Vermutlich weil der Großteil von uns nur ein paar Nächte im alten Kinderzimmer verbringt, das man sich inzwischen mit Bügelbrettern, Wäscheständern oder Gästebetten teilen muss. Vermutlich weil wir mittlerweile alle ein eigenes Leben haben, in das wir spätestens am Montag morgen zurückgekehrt sind.

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